Die Stadt Freilassing schafft die rechtlichen Voraussetzungen für neues Bauland und den Neubau der Bundespolizeiinspektion im Bereich Engerach im Süden der Stadt östlich des „Industriegebiets Süd“. Die Fläche liegt zwischen Reichenhaller Straße, Bundesstraße 304 und der Bahnlinie Freilassing-Berchtesgaden. In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause stellte der Stadtrat die 36. Änderung des Flächennutzungsplanes fest. Der Plan liegt dem Landratsamt Berchtesgadener Land zur Genehmigung vor.
Stadt stellt ihren Planungswillen klar
Mit der Änderung des Flächennutzungsplans erkennt die Stadt Freilassing den geplanten Standort für die neue Bundespolizeiinspektion als richtig verortet an und stellt ihren Planungswillen klar. Das zuständige Bundesinnenministerium hat den Bedarf anerkannt, hatte Bürgermeister Markus Hiebl in der Stadtratssitzung berichtet. Das Grundstück in Engerach liegt verkehrsgünstig mit guter Anbindung an das überregionale Straßennetz.
„Bundespolizei gehört unabhängig von den Grenzkontrollen nach Freilassing“
Leitender Polizeidirektor Ludger Otto, der Chef der Freilassinger Bundespolizei, sagte Anfang August bei einem Treffen mit Bürgermeister Markus Hiebl: „Es ist unbestritten, dass unabhängig von den Grenzkontrollen die Bundespolizei nach Freilassing gehört und den Neubau braucht.“ Er gehe davon aus, dass noch in diesem Jahr wesentliche Schritte getan werden können und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) das zuständige Staatliche Bauamt Traunstein mit weiteren Schritten beauftragen kann.
Sondergebiet für die Bundespolizei
Die Fläche für die künftige Bundespolizeiinspektion im Bereich „Engerach“ soll als Sondergebiet und damit für diesen festen Nutzungszweck ausgewiesen werden. Der nördlich angrenzende Grund bis zum bestehenden Baugebiet „Engerach“ ist dagegen als gemischte Baufläche vorgesehen sowie ein geringer Teil als Wohnbaufläche.
Zur Historie der Bundespolizei in Freilassing:
Die Geschichte der Stadt Freilassing ist eng mit der Bundespolizei verknüpft. Seit im Jahr 1860 auf der Bahnlinie München-Salzburg die ersten Züge über die Gleise rollten, verrichteten Bahnpolizisten ihren Dienst in der Grenzstadt. Anfang der 90er Jahre war die Bahnpolizei in den Bundesgrenzschutz integriert worden, 2005 erfolgte die offizielle Umbenennung in Bundespolizei und das Revier Freilassing wurde Außenstelle der Inspektion in Rosenheim.
Nachdem im Jahr 2009 mit der Neufassung des Verwaltungsabkommens die Bundespolizei die grenzpolizeilichen Aufgaben vom Freistaat Bayern übertragen bekommen hatte, war der Grundstein für einen dauerhaften Verbleib der Bundespolizei in der Region gelegt.
Zunächst noch Revier der Bundespolizeiinspektion Rosenheim
Die Mitarbeiterzahl wuchs rasch an, die Diensträume am Bahnhof reichten nicht mehr aus. So kam es zum Ausweichquartier in Bad Reichenhall. Mit Einrichtung der Bundespolizeiinspektion Freilassing im November 2017 kehrten, bis auf den Ermittlungsdienst, der im Jahr 2023 folgen sollte, die Beamten im November 2017 nach Freilassing zurück.
Die vorübergehende Dienststelle in dreistöckiger Modulbauweise wurde auf dem Grundstück neben der Lokwelt gebaut. Der Betrieb startete offiziell am 1. November 2017 mit fast 200 Polizisten und 35 Einsatzfahrzeugen. Die Suche nach einem geeigneten Grundstück für den Bau einer dauerhaften Dienststelle war schon einige Zeit vorher angelaufen.
Für 225 Kilometer langen Grenzabschnitt zuständig
Im Jahr 2026 sind bei der Bundespolizeiinspektion Freilassing rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Der Zuständigkeitsbereich der Inspektion umfasst die Landkreise Berchtesgadener Land, Traunstein, Altötting und Mühldorf. Die Beamten überwachen damit einen insgesamt 225 Kilometer langen Grenzabschnitt mit 21 Grenzübergängen, Außerdem sind sie für die Sicherheit der 72 Bahnhöfe und Haltepunkte der vier Landkreise verantwortlich.

