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Nachhaltiges Handeln und erneuerbare Energien –
für eine lebenswerte Stadt

Kommunale Wärmeplanung

Eine kommunale Wärmeplanung ist eine informelle Planung auf Gemeindeebene und ein zentraler Baustein der Energiewende vor Ort unter Berücksichtigung zukünftiger Klimaneutralität und Versorgungssicherheit. Für die kommunalen Hauptakteure bildet die kommunale Wärmeplanung eine strukturelle Leitplanke für die zukünftige Stadt- und Wärmeplanung.

Die Stadt Freilassing hat eine Wärme- und Transformationsplanung in Auftrag gegeben. Damit sollen Potenziale für die künftige Energieversorgung über mehrere sogenannte „Sektoren“ –Wärme, Strom und Verkehr – und über das gesamte Gebiet der Stadt Freilassing untersucht werden.

Die deutliche Reduktion des Energiebedarfs, der Ausbau der erneuerbaren Energien sowie die verstärkte „Sektorkopplung“ – also die stärkere Vernetzung der Bereiche Strom, Wärme, Kälte, Industrie und Mobilität – sind wichtige Voraussetzungen für das Gelingen der Energiewende. Die Kommunen nehmen dabei eine bedeutende Rolle ein. Neben zwei anderen Städten in Deutschland ist Freilassing Teil eines Forschungsprojekts zur Zukunft der Sektorkopplung auf lokaler Ebene. Die Stadt wird auch weiterhin wissenschaftlich begleitet.

Abschlussbericht: Kommunaler Wärmeplan für Freilassing

Der Abschlussbericht des Instituts für nachhaltige Energieversorgung (INEV) ist nun fertiggestellt. Um den Bericht herunterzuladen, klicken Sie bitte auf den unten stehenden Link. Gedruckte Exemplare werden zeitnah im Rathaus ausgelegt.

Stadt veröffentlicht Potenzialanalyse und Vorgehensplan (Stand Juli 2025)

Die Stadt Freilassing hat einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung gemacht. Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung, die 2024 beauftragt wurde, liegen nun erste Entwürfe zur Eignungsprüfung und Bestandsanalyse vor. Ziel ist eine stufenweise Dekarbonisierung der Wärmeversorgung, um in Bayern bis spätestens 2040 vollständig treibhausgasneutral zu sein.

Die Analyse zeigt: Aufgrund der Siedlungsstruktur zeichnen sich besonders geeignete Gebiete für eine leitungsgebundene Wärmeversorgung ab. Diese liegen unter anderem

in der Stadtmitte, rund um das Bildungszentrum sowie im Bereich Zirbenstraße. Dort besteht bereits seit Jahrzehnten ein funktionierendes Fernwärmenetz, ein Modell, das sich gerade in dicht bebauten Stadtteilen mit viel Altbaubestand anbietet.

Ein weiteres zentrales Element der Planung ist die Nutzung von Dachflächen zur solaren Energiegewinnung. Photovoltaik, Solarthermie und Umweltwärme spielen künftig eine größere Rolle, als Ergänzung zu Wärmenetzen. Der aktuelle Anteil regenerativer Energien in der Wärmeversorgung liegt bei etwa 13,7 % und soll deutlich erhöht werden.

Am 15. Juli 2025 informierte die Stadt die Öffentlichkeit über die Zwischenergebnisse. Die Unterlagen sind online einsehbar, Stellungnahmen sind möglich. Eine weitere Informationsveranstaltung mit Diskussionen ist für den Herbst geplant.

„Es ist vom Gesetzesgeber so vorgegeben und wir werden das angehen!“ Bürgermeister Hiebl zieht Zwischenfazit

„Es ist vom Gesetzesgeber so vorgegeben und wir werden dies angehen!“, betont Erster Bürgermeister Markus Hiebl. „Das hier ist nur ein Entwurf und noch nicht das endgültige Ergebnis.“

Zu den wegweisenden Projekten zählt insbesondere der Energieverbund Freilassing, der seit 2019 mehrere kommunale Gebäude wie das Badylon, Schulen, die Kläranlage und das Jugendzentrum mit Fernwärme versorgt. Auch im Bildungsbereich setzt Freilassing mit zertifizierten Neubauten neue Maßstäbe.

Bereits im Jahr 2023 hatte der Stadtrat die Erstellung eines kommunalen Wärmeplans beschlossen. Denn mit dem Wärmeplanungsgesetz (WPG), das zum 1. Januar 2024 in Kraft trat, sind alle Kommunen in Deutschland verpflichtet, bis spätestens 2028, abhängig von der Größe der jeweiligen Gemeinde, eine Wärmeplanung vorzulegen. Freilassing nutzte diesen gesetzlichen Impuls frühzeitig und setzte eigene Maßstäbe bei der Umsetzung, inklusive der frühzeitigen Beauftragung des Instituts für nachhaltige Energieversorgung (INEV GmbH) im Januar 2024.

Gemeinsam zur klimaneutralen Wärmeversorgung: Wie es jetzt weitergeht

Mit der Veröffentlichung der ersten Zwischenergebnisse beginnt nun die nächste Phase der kommunalen Wärmeplanung. Aufbauend auf der Eignungsprüfung und der Bestandsanalyse wird die Potenzialanalyse weiter vertieft. Sie untersucht, welche erneuerbaren Energiequellen, darunter Umweltwärme, Solarthermie, Abwärme sowie Wärmenetze künftig in welchem Gebiet sinnvoll und wirtschaftlich eingesetzt werden können.

Es wird eine weitere öffentliche Infoveranstaltung im Herbst 2025 geben. Ziel ist es, einen offenen und fundierten Prozess zu gestalten, in dem die besten Lösungen für Freilassing gemeinsam erarbeitet werden.

 

Die nächsten Schritte folgen einem strukturierten Projektzeitplan:

  • Modellierung von Zielszenarien für die künftige Wärmeversorgung
  • Entwicklung konkreter Maßnahmen zur Emissionsminderung und Effizienzsteigerung
  • Ausarbeitung von Fokusgebieten mit besonderem Umsetzungsbedarf
  • Finalisierung der Szenarien und Einteilung der Wärmeversorgungsgebiete
  • Fertigstellung des vollständigen kommunalen Wärmeplans bis Ende des Jahres 2025

„Es ist so gedacht, mehrere Karten in der Hand zu haben und dann das Ass auszuspielen“, erklärt Bürgermeister Hiebl mit Blick auf die nächsten Entscheidungen. Die kommunale Wärmeplanung soll der Stadt dabei helfen, fundierte, zukunftssichere Maßnahmen umzusetzen, bedarfsorientiert, technologieoffen und unter aktiver Einbindung der Bevölkerung.

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Möglichst hohe Energieeinsparung ist wichtige Aufgabe der Stadt

Die Untersuchung baut unter anderem auf den Ergebnissen aus dem Stadtentwicklungskonzept von 2012 dem Energienutzungskonzept des Landkreises aus dem Jahr 2018 sowie dessen Fortschreibung auf.

Ein entscheidendes Element in Freilassing ist seit 2019 beispielsweise der mit dem Bayerischen Energiepreis prämierte Energieverbund Freilassing, der die Sport- und Freizeitanlage Badylon, die Grund- und Mittelschule, die städtische Kläranlage sowie das Jugendvereinsheim mit Fernwärme auf einer Leitungslänge von insgesamt 936 Meter versorgt und einen Stromverbund zwischen den Gebäuden bildet.  Aktuell werden der Bauhof und die Stadtwerke neu errichtet, die ebenfalls am Energieverbund angeschlossen werden und den sogenannten KfW 55 Standard – eine besonders hohe Energieeffizienz – erreichen. Auch der Teilneubau der Grundschule und der Erweiterungsbau der Mittelschule heben sich positiv hervor und haben entsprechende Nachhaltigkeitszertifikate als Ziel. Daneben existiert mit dem Fernheizwerk in der Zirbenstraße bereits seit rund 30 Jahren ein erfolgreiches Fernwärmenetz in Freilassing.

Vertreter des Stadtentwicklungsbeirats für den Bereich Energie und den Bereich Natur und Umwelt sowie die Stadtwerke Freilassing waren im Vorfeld der jetzigen Untersuchung beteiligt worden. Dabei wurden verschiedene Gebiete in Freilassing priorisiert, deren Energieversorgung genauer betrachtet werden sollen: Das Fernwärmegebiet Zirbenstraße, das Areal „Bildungszentrum“, das noch unbebaute Areal „Freilassinger Feld“ und das Areal „Lindenplatz mit Innenstadt“.

Unterschiedlichste Technologien und verschiedenste Energieträger sollen eine Rolle spielen

Untersucht werden soll der Einsatz unterschiedlichster zukünftiger Energieträger und mögliche Standorte für Energiezentralen. Die Versorgungsmöglichkeit der Innenstadt und weiterer Gebiete wird eine Aufgabenstellung für die Detailuntersuchung sein. Zu berücksichtigen sind unter anderem der Einsatz und die Verbesserung von bestehenden Versorgungsbereichen sowie die Verbesserung des Anteils von regenerativen Energieträgern. Die Ausschöpfung von unterschiedlichen Technologien zur Wärme- und Stromerzeugung ist dabei relevant. Für den Ausbau von Netzen verschiedener Energieträger sollen künftige Potenziale ermittelt werden.

Kommunale Wärmeplanung – was ist das und wofür ist das alles?

Gebäudesanierung und Sparpotenziale beim Heizen standen bei der zweiten Informationsveranstaltung zur kommunalen Wärmeplanung im Oktober im Rathaussaal im Mittelpunkt. Immerhin macht das Heizen in Deutschland mehr als 50 Prozent des Energieverbrauchs aus und verursacht einen Großteil des Kohlendioxid-Ausstoßes. Der Gesetzgeber verpflichtet die Kommunen zur Wärmeplanung (= Wärmeplanungsgesetz, WPG). Die Stadt Freilassing beauftragte dafür das Planungsbüro Institut für nachhaltige Energieversorgung (INEV GmbH).

Die Besucher in Freilassing erhielten bei der Veranstaltung im Oktober einen Überblick über den aktuellen Stand der kommunalen Wärmeplanung und die Perspektiven einer klimafreundlichen Wärmeversorgung in Freilassing. Sie nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen. An dieser Stelle wollen wir auf die am häufigsten gestellten Fragen noch einmal eingehen:

Warum braucht es eine Wärmeplanung?

Grundlage dafür ist das Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze (Wärmeplanungsgesetz, WPG), das am 1. Januar 2024 inkraftgetreten ist. Kommunen mit bis zu 100.000 Einwohnern müssen demnach bis spätestens 30. Juni 2028 Wärmepläne vorlegen. Bei über 100.000 Einwohnern gilt der Stichtag zwei Jahre früher, nämlich am 30. Juni 2026. Die Länder verpflichten im Auftrag des Bundes die Kommunen über eine landesrechtliche Regelung zur Durchführung der Wärmeplanung.


Warum ist die kommunale Wärmeplanung wichtig?

Sie ist zentraler Baustein für die Energiewende und den Klimaschutz. Rund die Hälfte des Endenergieverbrauchs in Deutschland entfällt auf die Bereitstellung von Wärme für Gebäude, Industrie und Gewerbe. Eine klimafreundliche Wärmeversorgung in den Kommunen erfordert die Nutzung erneuerbarer Energien, um fossile Brennstoffe zu ersetzen.

Die kommunale Wärmeplanung ermöglicht eine detaillierte Analyse des Ist-Zustands, die Entwicklung von Wärmewendestrategien und die Umsetzung von Maßnahmen zur Dekarbonisierung der Wärme- und Kälteversorgung.

In welche Gebiete wird die Stadt Freilassing eingeteilt, was hat das für Folgen und wie finde ich heraus, in welchem Gebiet ich wohne?

Die Wärmeplanung ist eine strategische Planung. Die Gebiete sind grundstücksscharf eingeteilt. Die Ergebnisse der Wärmeplanung sind rechtlich nicht verbindlich. Ein Anspruch auf eine bestimmte Versorgungsart besteht nicht. Es besteht derzeit keine Pflicht, eine bestimmte Wärmeversorgungsart zu nutzen.

Welche Auswirkungen hat die kommunale Wärmeplanung auf Mieter?

Grundsätzlich sind die Eigentümer dafür zuständig, die Wärmeversorgung in Gebäuden und Wohnungen sicherzustellen. Eigentümer können die kommunale Wärmeplanung als Orientierungshilfe bei Investitionen nutzen, wenn es um die Entscheidung einer kosteneffizienten, klimaneutralen Wärmeversorgung geht.

Entstehen für mich als Gebäudeeigentümer Pflichten aus der kommunalen Wärmeplanung?

Nein. Die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung informieren Gebäudeeigentümer, welche klimaneutrale Energiequelle für die Wärmeversorgung perspektivisch im jeweiligen Stadtgebiet verfügbar sein wird. Fristen der Pflichten gehen damit nicht einher.

Baut die Stadt Freilassing jetzt Fernwärmeleitungen?

Zum aktuellen Zeitpunkt baut die Stadt Freilassing keine Wärmenetze auf. In der Wärmeplanung gibt es bislang noch keine abschließende Bewertung. Sobald sich die regionalen Versorgungsstrukturen geklärt haben, können weitere Schritte erfolgen.

Welchen Zusammenhang gibt es mit dem Gebäudeenergiegesetz („Heizungsgesetz“)?

Am 1. Januar 2024 traten gleichzeitig mit dem Wärmeplanungsgesetz (WPG) Änderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) in Kraft. Das GEG befasst sich nicht mit dem Thema Planung und den Anforderungen an Wärmenetze, sondern enthält konkrete Vorgaben für Heizungsanlagen in Gebäuden. Neu eingebaute Heizungen müssen dann künftig grundsätzlich 65 Prozent der Wärme mit erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme erzeugen (so genannte 65-Prozent-EE-Vorgabe).

Wo finde ich Informationen falls ich meine Heizung tauschen muss (Heizungshaverie) oder sanieren möchte/muss?

Sollte Ihre Heizung ausfallen und nicht mehr repariert werden können, empfiehlt es sich, frühzeitig eine Energieberatung in Anspruch zu nehmen. Jede Gebäudesituation ist unterschiedlich – daher lohnt es sich, den Heizungstausch individuell bewerten zu lassen. Dabei können auch weitere Sanierungsmaßnahmen geprüft werden, die helfen, Energie zu sparen und den Wohnkomfort zu erhöhen.

Informationen zu geeigneten Beratungsangeboten sind auf der Website der Stadt oder direkt über die Energie-Effizienz-Experten sowie das Landratsamt Berchtesgadener Land zu finden.

Welche Potenziale zur Wärmeversorgung wurden in der Wärmeplanung in Betracht gezogen?

Im Rahmen der Wärmeplanung wurde das technische Potenzial betrachtet. Dabei wurden folgende Potenziale bewertet: tiefe Geothermie, Solarthermie, Photovoltaik, Wasserstoff, Abwärme (aus Industrie, Gewässer, Abwasser), oberflächennahe Geothermie über Wärmepumpen (Grundwasser, Erdsonden, Erdwärmekollektoren), Biomasse und Effizienzsteigerung durch energetische Sanierung. Eine detaillierte Ausarbeitung zum Vorgehen der Potenzialermittlung und Bewertung der Potenziale sind im Abschlussbericht zur Wärmeplanung nachzulesen.


Gibt es Fördermöglichkeiten?

Über die KfW. Informationen über die Förderung von Energieeinsparmaßnahmen sind nachzulesen unter https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen

Bekanntmachungen
Weitere Infos

Energieverbund Freilassing

 

Anschrift
Aumühlweg 16
83395 Freilassing

Rainer Wagner

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