Es war ein besonderes Fest an einem besonderen Ort: Rund 170 Gäste feierten mit der Stadt Freilassing am Mittwochabend in der Montagehalle „20 Jahre Lokwelt“. Es war ein Abend voller Begegnungen, des Danksagens und des Bewusstseins darin, welch Juwel das Lokwelt-Ensemble mit seinem Eisenbahnmuseum samt Werkstatt, der Drehscheibe und der Montagehalle nicht nur für die Stadt Freilassing, sondern in der ganzen Region ist.
Industriedenkmal, Eisenbahnmuseum, Kulturdrehscheibe
Bürgermeister Markus Hiebl nannte die Lokwelt in seinem Grußwort eine feste Adresse für Eisenbahnfans, eine Kulturdrehscheibe in der Region und ein Wahrzeichen Freilassings. Besucherinnen und Besucher spürten in dem Industriedenkmal sofort die Geschichten, die das einstige Bahnbetriebswerk Freilassing geschrieben habe. Es sei ein Ort, der die Identität der Stadt geprägt habe.
„Der Geruch nach altem Eisen und Schmierstoffen liegt in der Luft. Die Drehscheibe, die Werkstatt und das Kesselhaus sind beeindruckende Zeitzeugen, die immer noch am Puls der Zeit sind“, so der Bürgermeister.
Viele Unterstützer auf dem Weg zum Museum
Viele Menschen hätten mitgeholfen, dass aus der einstigen Industriebrache kein Ort der Vergessenheit geworden sei. Bürgermeister Hiebl zählte den Förderverein „Freunde des historischen Lokschuppens 1905 Freilassing“, Vertreter aus der Politik, der Stadtverwaltung, dem Deutschen Museum, viele weitere tatkräftige Begleiter sowie die breite Unterstützung aus der Bevölkerung für das Museumsprojekt auf.
Kulturdrehscheibe weiter ausbauen
Im Jahr 2004 waren die Generalsanierung und der Umbau des Rundlokschuppens erfolgt. 2006 öffnete das neue Eisenbahnmuseum Lokwelt. Bürgermeister Markus Hiebl schilderte: „Seitdem hat sich die Lokwelt immer weiterentwickelt – Museum, Seminarräume, Kulturdrehscheibe mit Konzerten, Theaterstücken, Film- und Buchvorstellungen, Versteigerungen, Ausstellungen, Messen und weit über die Grenzen Freilassings hinaus bekannten Events.“ Perspektivisch wünschte der Bürgermeister, dass die Kulturdrehscheibe weiter ausgebaut werden könne.
Gute Ergänzung im Salzburger Museumsangebot
Landrats-Stellvertreter Roman Niederberger nannte die Lokwelt „Industriegeschichte zum Anfassen“. Kay-Michael Dankl, Bürgermeister-Stellvertreter der Patenstadt Salzburg, sagte, die Lokwelt Freilassing sei eine gute Ergänzung im Salzburger Museumsangebot. Der Historiker meinte gar, die Beziehung zwischen Salzburg und Freilassing wäre in den zurückliegenden 160 Jahren eine andere gewesen ohne die verbindende Eisenbahn. Bis heute sei Freilassing ein wichtiger Vorbahnhof für die Stadt Salzburg, die wegen des fehlenden Platzes ihren eigenen Bahnhof nicht erweitern kann.
Lokwelt „ein Glücksfall für das Deutsche Museum“
Kurator Frank Zwintzscher vom Kooperationspartner Deutsches Museum München bekräftigte erneut die Aussage, dass die Lokwelt Freilassing „ein Glücksfall“ für das Deutsche Museum sei. Unter den 38 Objekten, die das Deutsche Museum in der Lokwelt ausstellt, befinden sich laut Zwintzscher 14 der seltensten und kostbarsten Schienenfahrzeuge des Deutschen Museums. „Ohne Lokwelt stünden sie im Depot und wir könnten nicht unserem Auftrag gerecht werden, sie öffentlich zu zeigen“, so der Kurator. Das Lokwelt-Ensemble nannte er einen „atemberaubenden Ort“.
Lokwelt ein Ort der Begegnung
Festredner Gunter Mackinger blickte in die Historie der anliegenden Bahnstrecke von Freilassing bis Berchtesgaden zurück. Als 1998 das Bahnbetriebswerk Freilassing geschlossen worden sei, hätten die Stadt Freilassing, die Deutsche Bahn, das Deutsche Museum und viele Ehrenamtliche Verantwortung übernommen. Er ziehe heute noch den Hut vor der Entscheidung für das Eisenbahnmuseum Lokwelt. Es sei ein Ort der Begegnung. Im gesamten süddeutschen Raum finde sich kein vergleichbares authentisches Ensemble, das so erhalten sei.
Ehrenamtliches Engagement der Freunde des historischen Lokschuppens
Bürgermeister Markus Hiebl ehrte an dem Abend Mitglieder des Vereins „Freunde des historischen Lokschuppens 1905 Freilassing“, die mit ihrem ehrenamtlichen Engagement den Lokwelt-Museumsbetrieb überhaupt erst möglich machen. Stellvertretend für jeden Aufgabenbereich wurde jeweils ein Mitglied geehrt, das seit 20 Jahren engagiert ist.
Das waren: Walter Schramm (Eisenbahn-Betriebsleiter), Alois Lanzinger (Führungen), Josef Zauner (Aufsicht), Regina Roider (Kasse), Sebastian Schöndorfer (Modellbahnen/H0-Anlage), Martin Rupp (Werkstatt), Erwin Hochradl (LGB-Westernbahn) und Alois Huber (Parkbahn).

