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Stadt Freilassing
 

Hochwasserschutzmaßnahmen

Die Stadt Freilassing hat bereits im August 2013 Hochwasserschutz für Freilassing beantragt. Das Ziel ist der Schutz vor einem 100jährigen Hochwasser (HQ 100). Dies wird ein Projekt des Freistaates Bayern, die Stadt Freilassing muss sich an den Kosten beteiligen. Die Planungen laufen. Die Variante für einen Hochwasserschutzdeich wurde festgelegt und ein Plangenehmigungsverfahren wurde eingeleitet. Es müssen deutsche und österreichische Behörden beteiligt werden, da es sich bei der Saalach um einen Grenzfluss handelt. Die Maßnahme schreitet also zügig voran.

Bereits vor dem Hochwasser 2013 hat die Stadt Freilassing eine Grundwassermessstelle am Heideweg errichtet. Hier wurden bis Herbst 2013 manuell die Stände gemessen. Im Zuge der Planungen zum Hochwasserschutz hat das Wasserwirtschaftsamt Traunstein diese Messstelle ausgebaut und eine elektronische Messung installiert, die den Grundwasserstand selbst aufzeichnet. Seit Frühjahr 2014 wird jeden Tag automatisch eine Messung durchgeführt und im Internet auf der Homepage des Bayerischen Landesamt für Umwelt zur allgemeinen Einsicht bereitgestellt. Erreicht das Grundwasser einen bestimmten Spiegel, erhöht sich das Messintervall auf mehrmals täglich.

Die Messung dient der generellen Abschätzung über die Entwicklung des Grundwassers am Heideweg, Hausbesitzer müssen selbst den individuellen Grundwasserstand beobachten.

Pegelstände

Die Pegelstände der Saalach in Siezenheim können unter hier und für die Sur im Bereich Brodhausen hier abgerufen werden.

Um den Hochwasserschutz Freilassings bis zu verbessern, hat die Stadt in den letzten Jahren kurzfristige Schutzmaßnahmen durchgeführt:

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Ein Dammbalken zur Verbesserung des Hochwasserschutzes an der Einmündung des Saalbachs in die Saalach (eine sogenannte „Froschklappe“) wurde angebracht. Um bei einem Aufstau der Saalach einen Rückstau in den Saalbach zu verhindern, wurde eine Stauelementkonstruktion mit Klappe eingebaut. Diese lässt das Wasser des Saalbaches im Regelfall abfließen. Bei einem Aufstau der Saalach wird die Klappe durch den Wasserdruck geschlossen. Im Alarmierungsfall wird die Klappe bis an die Sohle abgesenkt.

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An der Rad-Fußwegunterführung an der Bundestraße 20 zum Heideweg wurde eine mobile Dammbalkenkonstruktion angebracht. Die Unterführung kann im Katastrophenfall in wenigen Minuten abgedichtet werden.

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Eine Wegeerhöung am Wirtschaftsweg an der B20 wurde vorgenommen. Hierzu wurde der Weg neben der B 20 wie ein Hochwasserdamm ausgeführt. Dadurch wird ein Überlauf des Mühlbaches auf die B 20 verhindert und naheliegende Siedlungen geschützt. Wegen den Baumaßnahmen auf der südlichen Seite des Bahnkörpers aufgrund des „Dritten Gleises“ und der dafür nötigen Zufahrten zur Baustelle, konnte der Wirtschaftsweg nicht auf seiner kompletten Länge erhöht werden. Es wurden deshalb zusätzlich zu der Erhöhung sogenannte Spundwände - Stahlelemente, die ineinander greifen – in den Boden gerammt. An zwei Stellen sind diese unterbrochen. Diese Durchfahrtsöffnungen können bei Bedarf mit Aluminium-Elementen geschlossen werden. Ein nachteiliger Einfluss der Spundwände auf das Grundwasser ist nicht zu erwarten, da jedes zweite Spundwandelement etwa 70 cm über dem Grundwasserhorizont endet. Auch die beiden Öffnungen (6 Meter und 9 Meter) als Durchfahrten ohne Spundwände sorgen für einen ungehinderten Grundwasserfluss. Die Grundwassermessstellen vor Ort werden von der Stadt Freilassing betrieben.

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Zwischen der Zollhäuslstraße und dem Eisenbahnviadukt verhindert eine mobile Dammbalkenkonstruktion im Einsatzfall ein Überlaufen des Mühlbaches zur B 20.

Das in einem Rohr geführte „Ölbacherl“ wird im Einsatzfall von der Feuerwehr mit einer Blase geschlossen und das vom Bach geführte Wasser über den Damm gepumpt.

Weitere Maßnahmen

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  • Die Standsicherheitsnachweise für die Kraftwerksdämme werden in der nächsten Stadtratssitzung am 22. Juni 2016 vorgestellt.
  • Ausbaggern der Saalachsohle: Die Salzburg AG und der Freistaat Bayern haben 2014 die Saalachsohle ausgebaggert um eine für Freilassing günstigere Sohllage zu erreichen. Die Saalach wird nun einmal jährlich im Herbst ausgebaggert.
  • Absenkung der Sohlpflasterung an der Eisenbahnbrücke: Im Februar 2015 wurde der Kolkschutz der historischen Eisenbahnbrücke durch die Salzburg AG und den Freistaat Bayern tiefer gelegt. Durch diese Maßnahmen fließt die Saalach eineinhalb Meter tiefer durch den Bogen der Eisenbahnbrücke als vor dem Hochwasser 2013.
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Diese Maßnahmen sollen den Hochwasserschutz für Freilassing vorläufig verbessern. Einen Schutz vor dem sogenannten 100jährigen Hochwasser kann jedoch erst durch den Bau des Deichs erreicht werden und das wird aus den oben genannten Gründen noch ein paar Jahre dauern.

Gutachten zu den Ursachen der Überflutungen von Freilassing im Juni 2013 von Prof. Dr. P. Rutschmann