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Stadt Freilassing
 

Skulpturenweg

Der Skulpturenweg auf dem Gelände der Sport- und Freizeitanlage „Badylon“ ist eine jährlich wechselnde Dauerausstellung verschiedenster Skulpturen von regionalen und überregionalen Künstlern aus unterschiedlichen Materialien wie Stahl oder Holz.

Aktuell besteht der Skulpturenweg aus sechs Skulpturen. Der Weg soll aber im Laufe der Zeit mit weiteren Skulpturen erweitert werden. 

Da die Sport- und Freizeitanlage ein Treffpunkt der verschiedensten Generationen von ganz Jung und Älteren ist, soll hier auch der Kunst einen Raum gegeben werden. Der Besucher hat die Möglichkeit, jederzeit und kostenlos diese Ausstellung zu besuchen. Da es sich um eine ganzjährige Ausstellung im Freien handelt, stellen sich die Skulpturen in den verschiedenen Jahreszeiten immer etwas anders dar.

Durch die hervorragende Platzierung der Kunstwerke ist der Skulpturenweg auch am Ortseingang der Stadt Freilassing, direkt von der Straße aus der Kulturmetropole Salzburg kommend, gut sichtbar und es besuchen zahlreiche Kulturinteressierte aus Salzburg den Skulpturenweg. Der Weg liegt an einem Spielplatz und führt auch direkt zur Grundschule Freilassing, wodurch auch Kinder einen Eindruck von Kunst erhalten.

Abgerundet wird der Weg durch das danebenliegende Badylon Restaurant mit der wunderschönen Terrasse und der Mehrgenerationen-Anlage, die von Jung und Älteren genutzt wird. So wird die Kunst allen Generationen zugänglich gemacht.

Im Skulpturenweg sind sechs Skulpturen von folgenden Künstlern ausgestellt

(Texte: Gisela Brechenmacher)

Jorgen May aus Schnaitsee war Schüler der Berufsfachschule für Holzschnitzerei und Schreinerei in Berchtesgaden und studiert jetzt bei Professor Stefan Balkenhol an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Seine freie figurative Holzskulptur "Endless Prozes" ist ein Motiv seiner Arbeitsweise mit der Kettensäge und eine seiner ersten Arbeiten außerhalb des Schulkontextes. Es stehe stellvertretend für die damalige Zeit der skulpturalen Studienarbeit und zeige, dass die Umsetzung und Reproduzierung von Gedanken zum Objekt funktionieren könne. Für ihn bedeute die Skulptur zugleich auch eine schöne Erinnerung an die Schnitzschule Berchtesgaden.

Werner Pink, vielen bekannt als Initiator der Trostberger Kunstmeile, beeindruckt mit seiner großen Metallskulptur "Ikarus und Dädalus". Aus Schrotteilen gestaltete der Künstler, der auch stets beim Stahlsymposium in Riedersbach vertreten ist, seine beiden Skulpturen aus der griechischen  Mythologie. Ihn fasziniere, mit Abfall der heutigen Zeit Figuren der Geschichte vor 3000 Jahren zum Leben zu erwecken. Etwa Dädalus, der für seinen Sohn Ikarus Flügel erfand, um so der Gefangenschaft durch König Minos zu entkommen. Die Plastik zeigt den abgestürzten Ikarus, der mit seinen Wachsflügeln der Sonne zu nahe gekommen war, mit seinem noch fliegenden Vater. Der Künstler hatte bei der Wahl seines Objekts auch die Flugzeuge über Freilassing im Hinterkopf.

Die farbige Plastik "Triptychon" von Hannes Stellner zeigt das Lieblingsthema des Künstlers aus Eggstätt, das Ohr in Variation als formale Eigenständigkeit, bei der er die Naturform abgewandelt vom klassischen Ansatz in die Verdichtung der Form ausgearbeitet hat. Die abstrahierte Form könnte man im Ansatz auch als Embryo sehen, regt der Lehrer der Holzbildhauerei an der Schnitzschule Berchtesgaden die Betrachter zur Auseinandersetzung mit seinem Kunstobjekt an.

Der Bildhauer Andreas Kuhnlein aus Unterwössen ist ein wahrer Meister der Kettensäge. Er arbeitet damit die Strukturen seiner Motive bewusst zerklüftet heraus und gibt ihnen mit dieser geschaffenen Konsistenz seine individuelle Prägung. Seine beeindruckende Holzskulptur "Stellvertreter" zeigt Papst Gregor VII und ist an sich Bestandteil einer vierteiligen Gruppe, die seine kirchlich/weltliche Verbindung zum Ausdruck bringe. Die Figur demonstriere zugleich die Brutalität, Verletzbarkeit und Vergänglichkeit und zeige, dass sich der Gottesmann von seiner eigenen Bestimmung entfernt habe.

Andreas Sagmeister aus Bründl in Oberösterreich besticht bei seiner Plastik "Wendungen II" durch die minimalistische Form. Dem Künstler, der seine Objekte auch beim Stahlsymposium im österreichischen Riedersbach fertigte und ausstellte, geht es bei seinen Arbeiten allein um die Formfindung und Ästhetik. Es gebe keine Geschichte zu dem Kunstobjekt, aber jeder Betrachter könne sich eineeigene Geschichte dazu erfinden. Wie variabel Kunst sein kann, zeige sich auch daran, dass Vandalen bereits im Vorfeld die wellenartige Skulptur beschmiert hatten und mit Hilfe von Bauhofmitarbeitern kurzentschlossen die "Wendungen" umgedreht wurden. Damit erhielt die Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes neue Wendungen.

"Alle bedeutenden Städte liegen an Flüssen", erläutert der Künstler Alto Bien aus Perach bei Altötting, und Freilassing liege sogar an zwei Flüssen: der Saalach und der Salzach. Sein zweiteiliges Werk "Wasserfrau und Wassermann" passe darum genau zum Standort. Den zahllosen antiken Göttern waren Flüsse heilig als Grenze, Transportwege und als Lebensader. An den Quellen der Flüsse trieben die Nymphen ihr sakralerotisches Spiel. Um die Salzach kümmerte sich der keltische Flussgottluvavo. Vor diesem historischen Hintergrund gebe es jetzt auch in Freilassing am Badylon einen Flussgott für die Salzach und einer verlockenden Nymphe für die Saalach.