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Stadt Freilassing
 

Energieverbund Freilassing

Die Stadt Freilassing errichtete zur Versorgung kommunaler Liegenschaften (u.a. Grund- und Mittelschule, Freizeitanlage Badylon, Kläranlage, Jugendvereinsheim) einen Arealnetzverbundbestehend aus Fernwärme- und Stromleitungen. 

 

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Die Versorgung erfolgt über Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, die primär mit Klärgas aus der kommunalen Kläranlage versorgt und mit Erdgas als zweitem Brennstoff betrieben werden. Ergänzend wird ein Biomassekessel, der auch städtische Grüngutabfälle verwerten kann, zum Einsatz kommen.

Aus dem Zusammenschluss der Liegenschaften über ein Wärmenetz mit 936 Metern Länge ergibt sich bei einer Spitzenleistung von 1,6 Megawatt (MW) eine hohe spezifische Netzbelegungsdichte von 3.860 kWh/m pro Jahr. Der Netzverlust beträgt lediglich 5,2 %. Parallel zum Wärmeverbund wurde ein in dieser Form bisher einmaliger Stromverbund mit mehreren über das Stadtgebiet verteilten kommunalen Liegenschaften aufgebaut. Dabei werden die kommunalen Liegenschaften über Niederspannungsleitungen zusammengeschlossen und über einen gemeinsamen Netzverknüpfungspunkt mit dem vorgelagerten Mittelspannungsnetz verbunden. Die elektrische Versorgung erfolgt über mehrere Photovoltaikanlagen mit einer kumulierten Leistung von ca. 128,5 kWp an verschiedenen Standorten und über die Blockheizkraftwerke (BHKW) in der Kläranlage und der Heizzentrale mit einer elektrischen Gesamtleistung von ca. 219 Kilowatt (kW). Die über die Ortschaft verteilten Liegenschaften bilden aus energierechtlicher Sicht ein eigenes Areal, das sich vollständig selbst mit Wärme und zum großen Teil selbst mit Strom versorgt. 

Zur thermischen Grundlastabdeckung kommen ein konventionelles BHKW und zwei bivalente Erdgas/Klärgas-BHKW´s zum Einsatz, die zwischen den vor Ort verfügbaren Gasarten (Erdgas und Klärgas) umgeschaltet werden. Vorrang haben dabei stets die verfügbaren regenerativen Ressourcen. Sollten diese nicht mehr ausreichen, wird die Lücke über fossile Energieträger mit möglichst niedrigem CO²-Ausstoß und günstigem Primärenergiefaktor ausgeglichen (Erdgas). In der Heizperiode unterstützt ein Biomassekessel den erhöhten Wärmebedarf der angeschlossenen Liegenschaften.

Für einen effizienten Betrieb des Arealnetzverbundes ist eine vorausschauende Energiebedarfsermittlung der angeschlossenen Liegenschaften von essentieller Bedeutung. Diese wird über ein eigenständiges übergeordnetes Energiemanagementsystem mit Arealnetz eigenem, integriertem Lichtwellenleiterinformationsnetzwerk realisiert.   

Durch die Realisierung des Vorhabens Energieverbund Freilassing, ist die Demonstration eines hocheffizienten kommunalen Strom- und Wärmeverbundes gelungen, der über die Nutzung vor Ort vorhandener Energieträger und eine flexible bedarfsgeregelte Steuerung einen hohen Autarkiegrad erreicht. Dieser benötigt keine zusätzliche elektrische Speicher, oder eine elektrisch-thermische Sektorkopplung (Power-to-Heat). Das Modell ist damit ein Gegenentwurf zu elektrischen Großspeichern, die derzeit in einzelnen Kommunen zwar bereits umgesetzt werden, jedoch noch sehr aufwändig und ressourcenintensiv in der Herstellung sind. Das in Freilassing umgesetzte Modell kann als Blaupause für eine Vielzahl weiterer bayerischer Kommunen dienen, die ihre vor Ort vorhandenen regenerativen Ressourcen bestmöglich nutzen und ihre Energiekosten senken wollen, ohne in bisher noch sehr kostenintensive Batterielösungen oder exegetisch ineffiziente (Power-to-Heat) Speichertechnologien investieren zu müssen.

Kontakt:
Betriebsleiter Rainer Wagner
Tel. 0173/1438188
E-Mail: rainer.wagnerfreilassingde