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Stadt Freilassing
 

Sozialraumanalyse für Freilassing

Wie sieht die Einwohnerstruktur Freilassings in 20 Jahren aus? Wie muss sich die Stadt entwickeln, um auch in Zukunft ein lebenswerter Arbeits- und Wohnort zu sein? Die Sozialraumanalyse gibt belastbare Antworten. 

Freilassing steht aktuell verschiedenen Herausforderungen gegenüber. Unter anderem werden Schulen erweitert, Kindertagesstätten werden benötigt und Flächen für den Wohnungsbau werden gesucht. Aus der neuen Sozialraumanalyse können Schlüsse gezogen werden, die die Entwicklung Freilassings nachhaltig und positiv beeinflussen können.

Gutachten gibt Blick in die Zukunft

 „Mit der Sozialraumanalyse wollten wir einen realistischen Blick in die Zukunft erhalten“, erklärt Bürgermeister Markus Hiebl. „Wie sich die Einwohnerzahlen, die verschiedenen Altersgruppen und die sozialen Strukturen entwickeln, ist für Entscheidungen über künftige Projekte in der Stadt von großer Bedeutung“, so das Stadtoberhaupt. Die Sozialraumanalyse entwickelt damit die – teilweise überholten - Erkenntnisse aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept aus dem Jahr 2012 weiter. 

Um ein vollständiges Bild zu erhalten, betrachtete Dr. Herbert Tekles in seinem Gutachten dabei auch die Vergangenheit. Teilweise bis ins Jahr 1960 zurück und bis in das Jahr 2045 in die Zukunft, wurden die berühmten „Babyboomer“ und geburtenschwächere Jahrgänge skizziert. Die Zahlen wurden auch mit den Gemeinden und Städten innerhalb des Landkreises und teilweise darüber hinaus, verglichen. Freilassing ist beim Einwohnerwachstum im Jahr 2019 beispielsweise mit 208 neuen Bürgerinnen und Bürgern landkreisweit absoluter Spitzenreiter. 

In den letzten sechs Jahren sind nach den Deutschen ohne Migrationshintergrund vor allem Osteuropäer aus der Europäischen Union nach Freilassing gezogen. Insgesamt liegt der Anteil der Ausländer bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in der Stadt bei 22,3 %. Zum Vergleich: Die Stadt München liegt bei 29,7 %, die Stadt Traunstein bei 15,9 %. 

Mit den Technologieunternehmen sowie Handwerksbetrieben und dem produzierenden Gewerbe, ist Freilassing die wirtschaftsstärkste Kommune im Landkreis. Das zeigt sich auch an der Arbeitsplatzdichte. Gemessen an Arbeitsplätzen pro 100 Einwohner, liegt Freilassing mit 48,7 % landkreisweit ebenfalls an der Spitze. Ebenfalls positiv: Der Anteil an weiblichen und männlichen Beschäftigten ist in Freilassing in etwa gleich hoch. 

Der deutschlandweite Trend an Fachkräfte- und Auszubildenden-Mangel macht sich allerdings auch in Freilassing bemerkbar. Der bevorstehende Renteneintritt der aktuellen Ü-50-Generation kann nicht durch nachrückende Berufseinsteiger, sehr wohl aber durch ausländische Arbeitskräfte kompensiert werden. 

Bedarf an Pflegeplätzen steigt

Wo die Sozialraumanalyse noch Nachholbedarf für Freilassing sieht, ist die Schaffung von größerem Wohnraum für Familien. Ein weiteres Handlungsfeld sieht das Gutachten auch bei den Erholungsflächen im Stadtgebiet. 

Vor allem die Bedarfe an stationären Pflegeplätzen und für betreutes Wohnen, werden sich aufgrund der demographischen Entwicklung und durch Veränderungen der Familienstrukturen im nächsten Jahrzehnt nahezu verdoppeln. 

Herausforderungen und Chancen für Freilassing

Als Rahmen für die zukünftige Entwicklung sieht die Sozialraumanalyse eine starke Ausgangslage für Freilassing. 

Zu achten ist dabei vor allem auf

  • Sicherung der Arbeitsplätze
  • Sicherung des Unternehmerstandorts
  • Sicherung der sozialen Infrastruktur und des Bildungsstandorts
  • Sicherung der Wohn- und Aufenthaltsqualität
  • und vieles mehr

Die vielen Herausforderungen bieten zugleich viele Handlungsmöglichkeiten und Entwicklungspotenziale. Dafür erforderlich: Wachstum! Gemeint sind damit die Einwohnerzahlen, die soziale Infrastruktur (Schulen, Kindergärten) wie auch die Wirtschaft. Dabei soll Freilassings Qualität als lebens- und liebenswerte Stadt erhalten bleiben. 

Der Stadtrat wird die Handlungsfelder nun ordnen müssen und Prioritäten festlegen. Das geschieht im Rahmen kommender Sitzungen. Dabei wird sich der Stadtrat auch mit den Empfehlungen aus dem Stadtentwicklungsbeirat befassen, der für verschiedene Themenfelder wichtige Punkte erarbeitet hat. Für Freilassing stellt die Sozialraumanalyse einen gewissen „Fahrplan“ dar und kann eine echte Chance für die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger sein.