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Stadt Freilassing
 

Umbau der Münchener Straße

Die Münchener / Salzburger Straße ist die Ortsdurchfahrt der Staatsstraße 2104 des Freistaats Bayern.
Die Planungen zum Umbau der Münchener Straße gehen zurück auf einen Antrag der CSU-Fraktion im Stadtrat im Jahr 2006, der die Errichtung von durchgehenden Radwegen entlang der Münchener / Salzburger Straße zum Ziel hat.


Die seit diesem Zeitpunkt durch den „Arbeitskreis Verkehrskonzept Freilassing“, bestehend aus Vertretern des Staatlichen Bauamtes, der Unteren Verkehrsbehörde, der Polizeiinspektion Freilassing, dem Verkehrssachbearbeiter der Polizei und den zuständigen Mitarbeitern der Stadt Freilassing in Zusammenarbeit mit einem Ingenieurbüro erarbeiteten Planungen verfolgen von Anfang an die drei Ziele


1. Stärkung des Radverkehrs durch Schließung der Radweglücke vom Rathaus bis zum Schmidhäusl
2. Verbesserung der Verkehrssicherheit, insbesondere an Unfallschwerpunkten
3. Verflüssigung des Verkehrs insgesamt


Bereits 2008 hat der Stadtrat einem Vorentwurf zugestimmt, der an der Südseite der Münchener Straße einen kombinierten Fuß- und Radweg zur Benutzung in beiden Fahrtrichtungen vorsah. Grund für diese Kompromisslösung war die einfache Erkenntnis, dass der zur Verfügung stehende Raum begrenzt ist und für beidseitige separate Radwege nicht ausreichend Platz zur Verfügung steht. Deutlich wurde auch, dass Raum für Radfahrer nur geschaffen werden kann, wenn andere Nutzungen, welche die Flächen derzeit belegen, dafür weichen (z.B. Parkplätze). Dass bedingt durch Vereinfachung der Kreuzung am Salzburger Platz und Anlage eines Radweges das Linksabbiegen in Richtung Hauptstraße in der bisherigen Form nicht mehr möglich sein wird, war ebenfalls klar. Als Ersatz hierfür war die Zufahrt zur Tiefgarage von der Ludwig-Zeller-Straße über den Parkplatz auf dem Salzburger Platz eingeplant. Aufgrund zunehmender Bedenken bezüglich der Verkehrssicherheit insbesondere für Fußgänger und Radfahrer wurde dieser Ansatz nicht weiterverfolgt.


Stattdessen hat die Stadt Freilassing, um zu einem tragfähigen Konzept für den gesamten Verlauf der Münchener Straße zu kommen, das auch die Defizite im westlichen Abschnitt berücksichtigt, ein Verkehrsplanungsbüro mit einer Untersuchung beauftragt. Darin wurden u.a. die Verkehrsströme analysiert und insbesondere Lösungen für die einzelnen Knotenpunkte erarbeitet. Hierbei wurde auch deutlich, dass ein Kreisverkehr am Salzburger Platz aufgrund der sehr unterschiedlichen Belastungen der einzelnen Äste nicht leistungsfähig sein wird.


Diese Verkehrsuntersuchung für die Münchener Straße wurde im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) ausgeweitet zu einem Gesamtverkehrsplan für die Stadt Freilassing, der Schwerpunkte u.a. in den Bereichen Radverkehr und ÖPNV setzt (abgebildet in der ISEK-Broschüre auf den Seiten 173 bis 205).


Die bisher angestellten Überlegungen zur Münchener Straße wurden dazu in einem eigenen Bürgerarbeitskreis weiter vertieft und als Vorschläge für je einen Querschnitt im westlichen wie im östlichen Abschnitt sowie für die einzelnen Knotenpunkte formuliert. Während für den Abschnitt westlich des Rathauses aufgrund ausreichender Breite für den Radverkehr beidseitig getrennte Fuß- und Radwege möglich sind, werden im beengten innerstädtischen Abschnitt östlich des Rathauses beidseitig sogen. Radfahrstreifen vorgeschlagen. Dies sind 1,50 m breite, neben der Fahrbahn durch Markierung getrennte Streifen, die dem Radfahrer neben dem Kfz eine eigene Fahrspur zur Verfügung stellen. Sie haben sich in den letzten Jahren bewährt und sind mittlerweile in vielen Städten in der Region anzutreffen. Damit kann die Radweglücke auf der Münchener Straße auf eine mittlerweile bewährte Weise geschlossen werden.


Um die Breite von beiderseits 1,50 m für die Radfahrer zur Verfügung stellen zu können, müssen entlang der Straße nicht nur Stellplätze, sondern an den Kreuzungen auch Abbiegespuren geopfert werden. An der Kreuzung mit der Bräuhaus- bzw. Lindenstraße muss daher die Linksabbiegespur von Westen in die Bräuhausstraße entfallen, aus Richtung Westen ist für die bisherige Verkehrsführung ausreichend Platz vorhanden. Die Kreuzung Augustiner / Vinzentiusstraße würde ohne Abbiegespuren nicht funktionieren, deshalb kommt dort, will man die Radverkehrsflächen schaffen, nur ein Kreisverkehr in Frage.


Ebenfalls im Rahmen des ISEK wurde nicht nur auf Anregung allgemeiner Bürgerwünsche, sondern auch in einem eigenen Arbeitskreis zur Innenstadt das Ziel formuliert, den heute unattraktiven Salzburger Platz zu einem attraktiven, durch die Bürger be- und erlebbaren städtischen Platz umzugestalten, der gleichzeitig sichtbarer Auftakt für die Fußgängerzone sein kann. Aufgrund des Ziels, die Umgestaltung des Salzburger Platzes im Zuge der beabsichtigten städtebaulichen Sanierung der Innenstadt im Rahmen der Städtebauförderung abzuwickeln, wurde das Thema Zufahrt zur Tiefgarage aus der Straßenplanung heraus und in dieses Arbeitsfeld verlagert (siehe ISEK-Broschüre S. 199).


Am 13. Mai 2013 hat der Stadtrat in öffentlicher Sitzung diese Grundsätze aus dem ISEK nochmal ausdrücklich als Grundlage für die weitere Planung festgelegt. Dazu hat im Vorfeld der gesamte, in den ersten Jahren tätige „Arbeitskreis Verkehrskonzept Freilassing“ (s.o.) in einer eigens anberaumten Sitzung seine ausdrückliche und einstimmige Zustimmung zu diesem Grundkonzept ausgesprochen.


Am 07.07. 2014 hat der Stadtrat dann einen Vorentwurf, der auf dieser Grundlage erstellt wurde, genehmigt. Da mit diesem Vorentwurf erstmals deutlich wurde, welcher Preis für die Schaffung der Radverkehrsflächen über den gesamten Verlauf und im Detail an den einzelnen Stellen gezahlt werden muss, entstand selbstverständlich bereits in der Beratung im Stadtrat und in der Folge auch in der Öffentlichkeit eine breite Diskussion darüber.
Da eine zufriedenstellende Planung nur im Dialog entstehen kann, werden in der derzeit stattfindenden Weiterentwicklung der Planung die aufgrund des ersten Vorentwurfes sowohl im Stadtrat als auch von den Bürgern vorgebrachten Bedenken und Anregungen gewürdigt, berücksichtigt und geprüft. Der so entstehende Entwurf wird sodann dem Stadtrat und den Bürgern erneut vorgestellt.


Die Planung zur Umgestaltung des Salzburger Platzes im Rahmen der städtebaulichen Sanierung der Innenstadt beginnt derzeit ebenfalls mit den ersten Schritten. Damit erfolgt auch der Auftakt für die Sanierung der Innenstadt insgesamt. Wesentlicher Aspekt bei der Planung für die Neugestaltung des Salzburger Platzes wird die Zufahrt zur öffentlichen Tiefgarage sein.


Im Rahmen der Bürgerbeteiligung findet eine öffentliche Veranstaltung zur „Umgestaltung des Salzburger Platzes“ am 29.10.2014 um 19:00 Uhr im Rathaussaal statt, zu der die gesamte Öffentlichkeit eingeladen ist.
Im Vorfeld dazu ist auch der aktuelle Stand der Entwurfsplanung für die Münchener Straße im Rathaus und im Internet einsehbar.