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Stadt Freilassing
 

Amtsantrittsrede Bürgermeister Markus Hiebl

 

Liebe Freilassingerinnen und Freilassinger!

 

Dass mir die Freilassinger Bürgerinnen und Bürger Mitte März ihr Vertrauen ausgesprochen haben, erfüllt mich auch sieben Wochen nach den Kommunalwahlen noch mit großer Freude und ganz ehrlich:

Für mich ist das eine absolute Ehre!

Dank an die Vorgänger

Vor wenigen Tagen habe ich das Amt des Ersten Bürgermeisters der Stadt Freilassing antreten dürfen. Ich übernehme dieses Amt von Josef Flatscher, dessen Handeln diese Stadt 21 Jahre lange geprägt hat. Manche kennen ein Freilassing ohne ihn gar nicht. In meiner vergangenen Arbeit bei der Stadt Freilassing durfte ich bereits einige wichtige Projekte mit ihm anstoßen. An dieser Stelle möchte ich Dir, lieber Sepp/Ihnen, lieber Herr Flatscher, für Ihren bisherigen Einsatz für die Stadt danken. Die ganzen Meriten aufzuzählen, würde den Zeitrahmen dieser Rede sprengen.

 

Es sind große Schuhe, in die es zu schlüpfen gilt.

Ausblick

Die neuen Aufgaben und Herausforderungen werden nicht einfacher sein. Wir werden nicht alles sofort bewältigen, manches müssen und werden wir anders angehen. „Wir“ deshalb, weil ich nicht alles alleine werde lösen können. „Freilassing gemeinsam gestalten“ war und ist einer der Kernsätze meines Schwerpunktprogramms. Und ich werde gemeinsam mit Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Mitglieder des Stadtrats und liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammenwachsen müssen, damit wir gemeinsam erfolgreich gestalten können. Maßgeblich und entscheidend wird aber immer das Gemeinwohl Freilassings, das Wohl der Bürgerinnen und Bürger sein.

Die aktuelle Lage

Die Stadt Freilassing befindet sich, den momentanen Umständen entsprechend, in einer guten Ausgangsposition. Die Schaffenskraft unserer heimischen Unternehmen und der Einsatz unserer Bürgerinnen und Bürger haben dazu beigetragen. Und dies bietet eine guten Handlungsspielraum für die anstehenden Aufgaben. Darauf können wir alle stolz sein!

Gleichzeitig erfordert die aktuelle Lage verantwortungsvolles Handeln, vorausschauendes Wirtschaften und, wo sinnvoll, Sparen. Das erfordert die Solidarität von allen. Von Bürgermeister, Stadtrat, Verwaltung und den Bürgerinnen und Bürgern.

Das Schwerpunktprogramm

Wer den Wahlkampf ein bisschen verfolgt hat, weiß, dass ich ein umfangreiches Schwerpunktprogramm für Freilassing plane. Ich werde es hier nur kurz streifen, weil auch das den Rahmen sprengen würde.

ü  Wohnen ist eine der großen sozialen Fragen unserer Zeit. Deswegen ist eines der dringlichsten und sicher auch eines der langfristigsten Themen die Wohnraumentwicklung. Wohnraum schaffen ja, aber moderat für Menschen, nicht für Profite!

ü  Wo Menschen wohnen, ist das Thema Soziales nah. Soziale Einrichtungen, Vereine, die Menschen zusammenbringen und Ehrenamtliche, die sich für andere engagieren, werden von mir deshalb immer nach Kräften unterstützt und gefördert.

ü  Wie wichtig die Themen Familie und Gesundheit sind, wird uns gerade jetzt vor Augen geführt. Was in einer Stadtgemeinschaft im Großen funktionieren soll, findet seinen Ursprung in der kleinsten Einheit, der Familie. Deswegen möchte ich auch Familien möglichst viel Unterstützung an die Hand geben. Ich möchte Netzwerke für Familien aufbauen, familiengerechte Arbeits- und Wohnverhältnisse unterstützen und gesunde Lebens- und Entfaltungsräume für Familien schaffen.

ü  Soweit das im Einflussbereich der Stadt liegt, unterstützen wir eine stetige Verbesserung der Einrichtungen für die Gesundheitsvorsorge und -versorgung aller Bevölkerungsschichten. Dazu gehört für mich auch die Aufrechterhaltung und Unterstützung der öffentlichen Sporteinrichtungen und die Unterstützung der Sportvereine.

ü  Wachstum ist immer mit mehr Verkehr verbunden, das ist kein Geheimnis. Im Bereich Verkehr und Infrastruktur gibt es viele Baustellen. Angegangen gehören der Umbau des Bahnhofs, eine sinnvolle Verteilung sowie eine Reduzierung des Individualverkehrs und ein dynamisches Parkkonzept. Auch der ÖPNV und der Radverkehr müssen gefördert werden. Gleichzeitig gilt es, bei allen infrastrukturellen Maßnahmen die barrierefreie und sichere Mobilität von Jung und Alt einzuplanen.

ü  Ganz oben auf der Agenda steht auch die wirtschaftliche Stärkung, gerade im Hinblick auf Freilassing als Wirtschaftsmotor der Region. Gerade jetzt mit der Bewältigung der Krise und dem Hochfahren der Wirtschaft wird das eine der größten Herausforderungen in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren. Eine bestmögliche Unterstützung der Unternehmen und Betriebe im Rahmen der Möglichkeiten der Stadt Freilassing kann ich bereits jetzt schon zusagen.

ü  Wie wichtig für uns Natur und Umwelt sind, zeigte sich in den vergangenen Wochen. Deswegen war es mir sehr wichtig, das Referat für Natur- und Umweltschutz in unserem Stadtrat einzurichten. Freilassing soll klimaneutral werden und kommenden Generationen natürliche und naturbelassene Lebensräume und Artenvielfalt zu hinterlassen, das ist gerade bei all dem Wachstum der Bevölkerung und der Wirtschaft eine große Herausforderung.

ü  Identitätsfördernd und verbindend für eine Stadt ist Kunst und Kultur. Eine aktive, lebendige kommunale Szene, die aktuellen Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform gibt und kommende Talente fördert, ist ebenso belebend wie integrativ für eine Stadt. Kunst und Kultur mögen Arbeit machen, das erkannte schon Karl Valentin, aber sie generieren langfristig auch Arbeitsplätze, Wahrnehmung und Verbundenheit.

Der erste Punkt auf der Agenda

Die dringendste Aufgabe der nächsten Monate wird die grundlegende Schaffung von Bildungseinrichtungen sein. Hier darf nicht nur kurz- und mittelfristig geplant werden. Stetiges Wachstum erfordert ein langfristiges, anpassbares Konzept. Mit ein bisschen Mut, Entscheidungsfreudigkeit und der Einbeziehung der Freilassinger Betriebe können attraktive, moderne Kindertagesstätten und Bildungseinrichtungen mit anpassbaren Angeboten ein Standortvorteil für unsere Stadt werden.

Gemeinsam gestalten

„Wenn Du schnell gehen willst, dann gehe alleine. Wenn Du weit gehen willst, dann gehe zusammen!“. Dieses Sprichwort der Aborigines greift im Kern den oben schon erwähnten Kernsatz „Freilassing gemeinsam gestalten“ nochmals auf. Es sind viele Aufgaben, die es zu lösen gilt. Und ich will nicht schnell gehen, ich will weit gehen. Mit Ihnen allen zusammen.

Kultur der Offenheit und Bürgerbeteiligung

Ich wünsche mir hier eine Kultur der Offenheit und des Diskurses. Gute Ideen verdienen es einfach, verwirklicht zu werden. Egal woher sie kommen.

Freilassing ist eine offene, eine lebens- und liebenswerte Stadt mit vielfältigen Herausforderungen und Möglichkeiten. Ebenso vielfältig und bunt wie seine Bürgerinnen und Bürger. Ich sehe die Funktion des Bürgermeisters als Vermittler und Bindeglied zwischen den Einwohnern der Stadt, der Verwaltung und dem Stadtrat.

Verwaltung und Stadtrat sollen für den Bürger transparenter und nahbarer werden. Und auch hier soll ein neues Miteinander Einzug halten. Dafür möchte ich die Referenten wieder einführen. Sie sollen Bindeglied sein zwischen Bürgern, Stadtrat und Bürgermeister.

Ein konstruktiver Neuanfang

Ich lade Sie alle ein, an der Entwicklung Freilassings teilzuhaben, damit dieses Freilassing ein Freilassing für alle bleibt und wird. Ich wünsche mir ein Freilassing, in dem der Mensch im Mittelpunkt des Handelns steht. Denn wichtig ist nicht nur das Große, Ganze, sondern auch das Kleine, der Anfang, mit dem alles beginnt. Wir haben gerade die Möglichkeit und auch die Notwendigkeit für so einen Anfang. Das haben auch die Wählerinnen und Wähler so gesehen und mich mit einem Vertrauensvorschuss und einem klaren Auftrag ausgestattet.

Ich hoffe und baue darauf, dass auch der neue Stadtrat und die Verwaltung diesen Neuanfang wagen. Dazu braucht es viele Dinge. Das braucht Zusammenhalt. Das braucht Solidarität. Das braucht Mut und Weitblick. Das braucht Durchhaltevermögen. Das braucht auch Vertrauen in den anderen und Respekt vor seiner Person. Und es braucht Zeit für Gespräche, um ein für alle tragfähiges Miteinander zu entwickeln und die Fähigkeit, zuhören zu können.

Ich bin mir absolut sicher, dass wir durch die Bewältigung der aktuellen Corona-Krise zusammenwachsen können. Ich bin mir ebenso absolut sicher, dass Freilassing nach der Krise wieder eine starke, lebendige Stadt wird. Eine Stadt, auf die wir alle stolz sein können und die wir gerne unser Zuhause nennen.

Schön, dass ich wieder Zuhause bin!

 

Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

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